Die Regierung in Düsseldorf, vertreten durch die Schulabteilung zeigte großes Interesse. Landesweit gab es nur noch eine große Anlage und zwar im Zoo-Wuppertal, in der den Schulkindern praktischer Anschauungs-unterricht gegeben werden konnte. Der Zustrom der Besucher in der bereits um einige Monate verlängerten Ausstellungszeit, war ungeheuer groß. Diese Resonanz führte dann zu Spenden, vornehmlich aus der Mülheimer Geschäftswelt, mit denen die Anlage immer besser ausgestattet werden konnte.

 

Bald tauchte der Gedanke auf, aus der Ausstellung etwas dauerhaftes für Mülheim zu schaffen. Vor allem boten sich die Wohnräume des Hauses nicht nur für spezielle Ausstellungen an, sondern es bestand auch die Möglichkeit einen großen Vortragssaal zu schaffen. Die weiteren Räume ließen unschwer erkennen, daß man hier auch Laboratorien für wissenschaftliche Arbeit einrichten konnte.

Da ein Teil der Mitglieder sich wieder auf die Vereinsarbeit zurückziehen wollte, wurde von dem größeren Teil, vor allem von denen, die sich maßgebend am Aufbau der Ausstellung beteiligt hatten, die

 

"Gesellschaft für N atur und Heimatkunde"

 

 

unter Vorsitz von Herrn Dr. Kramer gegründet. Dann ging ein neues Planen und Bauen los. An dieser Stelle muß noch einmal zum Ausdruck gebracht werden, daß die Unterstützung von Seiten der Industrie geradezu hervorragend war. Auch schaltete sich die "Dr. Leonard-Stinnes-Stiftung" ein, die bis zur Zerstörung in den Kriegsjahren laufend große Beträge zur Verfügung stellte. Die Schulabteilung der Regierung Düsseldorf spendete ebenfalls größere Geldmittel.

So entstand dann in den ersten Monaten des Jahres 1933 das, was später als

 

"Mülheimer Aquarium"

 

in der ganzen Welt bekannt wurde.

 

Die experimentellen wissenschaftlichen Arbeiten von Dr. Kramer auf dem Gebiet der Seewasser-Kunde aus den Jahren 1927 und 1928, die Filtrierung über Aktiv-Kohle, waren von der wissenschaftlichen Seite her, die Basis zum Ausbau der Laboratorien.Von der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft wurden wertvolle Apparaturen zur Verfügung gestellt.

 

Nachdem nun einmal die Arbeit so angelaufen war und eine geradezu ideale Unterstützung durch die Presse hinzu kam, war es nicht mehr allzu schwer, immer größere Mittel aufzubringen.

 

Die Einrichtung des Hörsaales mit den modernsten optischen Geräten wurde durch die Großzügigkeit des Herrn Hugo Stinnes und anderer Gönner ermöglicht. Die Folge waren vielbeachtete große Vortragsveranstaltungen, vor zum Teil internationalen Publikum.

 

Es wurden auch zahlreiche beachtenswerte Ausstellungen durchgeführt. So wurde z.B. die zoologische Sammlung des Dr. Kuchen der Allgemeinheit in einer Sonder-Ausstellung gezeigt; aus dem Nachlaß des Sanitätsrats Dr. Pankok, Saarn, wurde die unerhört schöne Schmetterlingssammlung dem Aquarium für eine langdauernde Ausstellung zur Verfügung gestellt. Des weiteren fand eine große Ausstellung aus dem Nachlaß des Afrikaforschers Prof. Dr. Hartmann statt.

Das alles wäre aber niemals möglich gewesen, wenn nicht nach wie vor alle Mitglieder in uneigennütziger Weise ohne jede Vergütung die nötige Arbeit geleistet hätten.

 

Im Palmenhaus wurden nicht nur Tiere der Heimat und Warmwasserfische tropischer Flüsse gezeigt, sondern es wurde sehr bald vor allem die später so berühmte Seewasser-Abteilung ausgebaut.

 

Nordseetiere zu halten, war schon damals kein allzu großes Problem, aber die Haltung von Korallenfischen der Südsee war in allen Aquarien der Welt immer wieder der Wunschtraum. Auch bei diesem Ausbau war wieder die rührende Unterstützung von allen Seiten die Basis für das Vorankommen.

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