das lange als Standardwerk der Aquaristik galt, sollte ein zweiter, rein wissen-schaftlicher Teil folgen. Das war aber nicht mehr möglich, da alle Versuchs-unterlagen im Krieg vernichtet wurden.

 

Im Mülheimer Aquarium konnten auch Mitte der 30er Jahre Versuche bei der Schaffung der Deutschen Farb-Kino-Filme unterstützt werden. Die Mitarbeiter der Fa. AGFA waren oft zu Testzwecken hier, und die ersten AGFA-COLOR-FILME von Korallenfischen in der Mülheimer Anlage wurden auch im Ausland begeistert aufgenommen. Es ist aber vielleicht historisch interessant, daß die erste AGFA-COLOR-FILM-KOPIE von den Mülheimer Korallenfisch-Filmen angefertigt wurde. Ist sie bis heute erhalten geblieben?

 

Bei dem Großangriff auf Mülheim am 22. Juli 1943 fiel das Palmenhaus den Bomben zum Opfer. Von den 13 großen Krokodilen mit teilweise 3 m Länge, mußte ein Tier wegen der schweren Verletzungen getötet werden. Die Verbliebenden wurden in den Leipziger Tiergarten evakuiert, wo sie später auch dem Krieg zum Opfer fielen.

Im Oktober 1943 wurde auch das Haupthaus mit Hörsaal und Laboratorien zerstört.

 

Natürlich tauchte nach dem Krieg die Frage des Wiederaufbaues der völlig zerstörten Anlage auf. Obwohl man auch hier sicher wieder auf Unterstützung durch die Stadt, Institutionen und Wirtschaft hätte rechnen können, wurde hierauf verzichtet. Zum einen wurde der Bau von Wohnungen als wesentlich wichtiger angesehen, zum anderen wurde das Aquarium im Tierpark Duisburg wieder aufgebaut. Hier waren noch die Fundamente und andere Teile des Mitte der 30er Jahre unter Mitwirkung der Mülheimer gebauten Aquariums erhalten. Auch beim Wiederaufbau griff man gerne auf die Mülheimer Erfahrungen zurück. Man erachtete es auch nicht als sinnvoll, wenige Kilometer entfernt eine zweite große Aquarien-Anlage mit ähnlicher Aufgabenstellung aufzubauen, zumal sich auch die GRUGA in Essen mit dem Aufbau einer solchen Aquarien-Anlage befaßte.

Als es 1949 zum Zusammenschluß mit dem 1948 gegründeten Verein "Aquarienfreunde 48" kam, gab man sich den Namen

 

"Aquarienfreunde 07/48"

 

Unter dem Vorsitz von G. Nolte wurden neue Pläne zu einer eigenen Vereins-anlage geschmiedet. Mit dem Aufbau konnte dann 1952 neben dem Vereinslokal Mellinghofer Str. 13 begonnen werden. Das Grundstück wurde von der Mülheimer Bürgerin Frau Schröder zur Verfügung gestellt.

 

Auch hier ist wieder einmal der Eifer und Einsatz der Mitglieder zu erwähnen. Aber auch viele Mülheimer Firmen unterstützten den Verein, insbesonders mit Baumaterialien und Einrichtungsgegenständen.

Nach harter Arbeit konnte der Vorsitzende G. Nolte die gelungene, wenn auch im Vergleich zu früher, kleinere Anlage, 1954 eröffnen.


Das nach wie vor große Interesse an solchen Schauanlagen, zeigte sich an der großen Zahl der Besucher. In der Folge machten Zuchterfolge den Verein wieder weit über seine Heimatstadt hinaus bekannt.

 

1957 erfolgte die Eintragung des Vereins beim Amtsgericht Mülheim a.d. Ruhr und man nannte sich nun:

 

"Aquarienfreunde 07/48 Mülheim a.d. Ruhr e.V"

 

In diesem Jahr konnten auch gleich zwei Jubiläen gefeiert werden. Zum einen wurde der Verein 50 Jahre alt und zum anderen konnte die Gesellschaft für Natur und Heimatkunde auf Ihr 25 jähriges Bestehen zurückblicken.

 

Auf Einladung von Dr. Kramer fand aus diesem Anlaß eine Tagung des VDA im Kurhaus Raffelberg statt.

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