Vor fast 300 Gästen aus Nah und Fern, die nur allzugut wußten, daß in Mülheim immer etwas besonderes geboten wurde, zeichnete Dr. Kramer den Werdegang der großartigen Anlage des "Mülheimer-Aquariums" an der Delle auf.

 

Die Vereinsanlage an der Mellinghofer Str. wurde immer weiter ausgebaut. 1958 wurde eine schöne Freilandanlage eingeweiht. Nichtzuletzt war dies durch die Unterstützung der Stadt Mülheim möglich, die sich auch in den folgenden Jahren den Wünschen des Vereins nicht verschloß. Die Unterstützung durch Herrn Dr. Kramer gab dem Verein unter Vorsitz von H. Potempa, immer wieder neue Impulse.

 

So konnte 1960 aus Anlaß der Bezirkstagung des VDA in Mülheim, der bekannte amerikanische Forscher Dr. Axelrod zu einem Vortrag "Durch Dschungel und Urwald" gewonnen werden.

 

Als die Stadt Mülheim 1962 das ehem. Gewächshaus im Schloß-Styrum zu einem Aquarium umbauen ließ, übernahmen die Aquarienfreunde 07/48 e.V. die kostenlose Betreuung dieser Anlage. Die Unterhaltung, wie z.B. Energie- Futter- und Instandhaltungskosten, trug die Stadt. Nunmehr hatten die Vereinsmitglieder gleich zwei Anlagen zu betreuen, da die vereinseigene auch weiterhin bestand.

 

Nachdem bekannt wurde, daß die Anlage an der Mellinghofer Str. städtebaulichen Erfordernissen zum Opfer fallen würde, trat der Verein mit dem Wunsch der Vergrößerung der Aquarien-Anlage im Schloß-Styrum an die Stadt Mülheim heran. Es kam leider zu keiner Einigung und so kam es 1966, auch wohl auf Grund von Mißverständnissen und Differenzen, zur Aufgabe der Pflege des Styrumer-Aquariums. Das endgültige Aus für die Mellinghofer Str. trat dann im Jahre 1967 ein.

 

Die Vereinsarbeit konzentrierte sich nunmehr auf Vereinsabende, Fach- und Lichtbildervortrag und dem Austausch von Erfahrungen aus den heimischen Aquarien und Terrarien.

 

Durch den Wunsch, sich mit dem schönen Hobby in der Öffentlichkeit zu zeigen, reifte der Gedanke, in Mülheim wieder einmal eine Aquarien-Ausstellung durchzuführen 1975 war es dann soweit. Im März eröffnete der Vereinsvor-sitzende Udo Henrichs eine interessante Ausstellung im neueröffneten City-Center, wobei in zahlreichen Aquarien, Süß- u. Seewasserfische einem breiten Publikum gezeigt werden konnten. Überflüssig zu erwähnen, welche Arbeit auch hier wieder geleistet wurde. Die Bewunderung der vielen Besucher ließ diese Mühen schnell vergessen.

 

War es der Erfolg der Ausstellung, daß die Stadt Mülheim nunmehr dem Verein die Übernahme des Aquariums im Schloß-Styrum anbot? Jedenfalls griffen die Aquarienfreunde 07/48 sofort zu.

 

Wiederum wurde vor dem Preis der Fleiß gesetzt. Die Mitglieder packten bei der vollständigen und langwierigen Renovierung hart an, bevor diese Anlage 1978 wieder der Öffentlichkeit zugänglich war. Die Stadt Mülheim übernahm nunmehr nur noch die Energiekosten sowie einen monatlichen Zuschuß zu den  Futterkosten.

 

Ende 1981 kündigte die Stadt dem Verein die Räume und strich auch den monatlichen Zuschuß, so daß die Anlage 1983 geschlossen werden mußte. In zähen Verhandlungen gelang es dem Vorstand , unter dem Vorsitzenden Ralf Jansen einen neuen Nutzungsvertrag mit der Stadt zu vereinbaren. Dieser beinhaltete leider, daß alle anfallenden Kosten vom Verein zu tragen sind. Nach einem finanziellen und arbeitsamen Kraftakt wurde die Anlage nach erneuter Renovierung und Modernisierung durch den Verein, 1985 wieder eröffnet. Die Anlage war wie zuvor an Sonn- und Feiertagen kostenlos für die Öffentlichkeit zugänglich. Für Schulklassen und Kindergartengruppen wurden außerdem kostenlose Führungen veranstaltet. Im Ruhrgebietsführer "Türme, Tümpel, Abenteuer" wurde die Anlage als "Sehenswürdigkeit" Mülheim's erwähnt. Aquarianer aus ganz Deutschland besuchten die Anlage, die bei allen Anerkennung fand.

 

1986 gestattete das Grünflächenamt der Stadt Mülheim dem Verein, einen ehemaligen Springbrunnen im Park des Schloßes-Styrum in ein Biotop für einheimische Amphibien umzuwandeln. Der große Arbeits- und Finanzierungsaufwand lohnte sich, denn es gelang, ein Biotop zu schaffen, in dem zahlreiche Amphibien wie vier Molcharten, Kreuzkröten, Erdkröten, Grasfrösche und Feuersalamander sowie ein Pärchen Mauereidechsen lebten.

<<zurück                                                                                                    weiter>>